Während man den Kompetenznachweis für A1/A3 Drohnen recht problemlos online erledigen kann und man da im Fall der Fälle vielleicht mal beim Sitznachbarn namens “Google” nachschauen kann, was der so meint, ist das beim A2 Schein nicht der Fall – die Prüfung findet in Österreich in Präsenzform bei der Austro Control GmbH statt. Samt Prüfungsordnung und Ausweiskontrolle. Ein Erfahrungsbericht.

Im Unterschied zu Deutschland, wo die Vergabe von A2 Kompetenznachweisen im Grunde privatisiert ist und man dort bei verschiedensten Anbietern sich sowohl vorbereiten kann als auch die Prüfung ablegen (zum Teil auch online, soweit ich das überblicke), ist das in Österreich noch recht klassisch geregelt – zur Prüfung geht man aufs Amt – im Fall des Drohnenführerscheins zur Austro Control GmbH nach Wien, in die Wagramer Straße und absolviert dort eine Präsenzprüfung oder bei einem der diversen Termine, die in den verschiedenen Bundesländern angeboten werden.

Wie das abläuft – im folgenden ein subjektiver Erfahrungsbericht:

Der A2-Drohnenführerschein kann in Österreich bei der Austro-Control abgelegt werrden.

Voraussetzungen für A2?

Für die Absolvierung des A2 Scheines, der zum Bewegen “größerer” Drohnen in der Nähe von Menschen berechtigt, ist aber auch die erfolgreiche Absolvierung des Online-Kompetenznachweises für den Bereich A1/A3 (also sehr kleine Drohnen nahe Menschen oder größere Drohnen, aber weit entfernt von Menschen und Gebäuden). Nachdem in beiden Fällen das Risiko für Mensch und Maschine relativ gering ist, erlaubt die Austro Control für diese Drohnen, die Prüfung online zu absolvieren. Dass dabei natürlich “geschummelt” werden kann, liegt auf der Hand – es  gibt keine Kontrollinstanz.

Was wird geprüft?

Das ist im Grund einfach gesagt – zumindest alles, was auf www.dronespace.at an Vorbereitungsunterlagen zur Verfügung steht.

Darüberhinaus wird ein wenig detaillierter rund um Meteorologie und Elektrotechnik abgefragt. Ist man generell interessiert am Thema Aviatik oder verfügt aus anderen Gründen über Kenntnisse in diesen Bereichen (z.B. im Bereich Wetter durch Wassersport/Segeln), etc., braucht man sich keine Sorgen machen.

Wie vorbereiten? Ist ein Vorbereitungskurs notwendig?

Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass dort diverse private Anbieter von A2-Kursen/Prüfungszentren, die für eine Gebühr ab ca. 300 EUR einen Vorbereitungskurs samt anschließender Prüfung anbieten – teilweise mit “Erfolgsgarantie”, einige davon auch ausschließlich online.

Auch in Österreich werden solche Vorbereitungskurse angeboten, die Prüfung wird jedoch durch die Austro Control – in Präsenzform – abgenommen. Es gibt auch Anbieter aus Österreich, die eine Online-Prüfung im Portfolio haben, die wird dann aber bei einer anderen Behörde eingereicht, zB in Polen. Aber ist das wirklich notwendig?

Die Unterlagen auf Dronespace.at sind kostenlos und umfangreich -samt Videos und Zusammenfassungen. Damit sind gut 80% der Inhalte abgedeckt. Die Lektüre dieser Unterlagen ist also jedenfalls empfehlenswert. Weiters habe ich die Unterlagen der schwedischen Luftfahrtbehörde(?) genutzt, die hier zu finden sind:

Unterlagen A2 Preparation (Englisch)

Die decken einige zusätzliche Bereiche ab und damit hat man ca. 90% des Stoffes intus. Bleiben ein paar spezifische Themen, bei denen ich spekuliert habe, dass ich sie vom Segeln kenne bzw. aus der Luftfahrt allgemein.

Die Prüfung

Nach der Anmeldung zur Prüfung bei der ACG (hier der Link) findet man sich zum entsprechenden Termin im Prüfungs

Technisch läuft die Prüfung 1:1 wie online – es ist ein Multiple-Choice Test, bestehend aus 30 Fragen, bei denen nur eine Antwort ausgewählt werden – die aber zum Teil Kombinationen anderer Antwortmöglichkeiten bieten (zB “Antwort A, B und C sind richtig”) – einiges lässt sich durch Ausschlussverfahren lösen, anderes setzt tatsächlich wissen voraus.

Bei zügiger Bearbeitung der Fragen ist man in gut 30 Minuten jedenfalls fertig und bekommt auch direkt nach der Abgabe der Antworten am Bildschirm das Testergebnis mitgeteilt.

Hat es geklappt, bekommt man wenige Minuten später seinen A2 Schein als PDF zugeschickt und 1-2 Wochen später die Rechnung über die Prüfungsgebühr in der Höhe von EUR 14,40. Ein wesentlicher Unterschied zu den diversen Preisen für die Onlinekurse.

Fazit

Ist ein Onlinekurs notwendig? Nein, wenn man sich grundsätzlich für das Thema Drohnenfliegen interessiert und das Thema ernst nimmt, dann kann man sich das Geld für diverse Kurse sparen, einen Abend im Selbststudium verbringen und anschließend problemlos diese Prüfung erledigen.

Ganz ohne Vorbereitung geht es vermutlich nicht – wer “blank” antritt – wird vermutlich ein zweites Mal sein Wissen unter Beweis stellen müssen.