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Wachauer Radtage 2014

Am 12 & 13. Juli 2014 sind die Wachauer Radtage zum 16. mal in Mautern/Donau über die Bühne gegangen. Ich kenne ja jetzt nicht wirklich viele Radveranstaltungen (zwei – diese und den Mörbisch Radmarathon), aber mein Eindruck von den Wachauer Radtagen ist ein wirklich positiver, ich freue mich jedes mal aufs neue auf die Veranstaltung. Die Radtage finden jedes Jahr an einem Wochenende im Sommer in Mautern/Donau statt und während ich nicht genau weiß, was am Samstag passiert (ich vermute nicht viel außer der Möglichkeit der Nachnennung und der Startnummern-Ausgabe), geht am Sonntag ein Radevent besonderer Art über die Bühne: In Summe 3 Bewerbe, von 50km/660 hm über 98km/1370 hm bis 165km/3200hm, die mehr oder weniger zeitgleich gestartet werden, ergeben einen wunderbaren Peloton. Das ganze ist, zumindest bei der 98km Variante, durchwegs hervorragend betreut, Polizei und ORdnerdienste an allen Kreuzungen oder gefährlichen Stellen, sehr gute Ausschilderung, 3 Labestationen, die immer gut gefüllt waren –  kurzum, die Wachauer Radtage sind eine Reise wert.

Wer sich näher informieren will, dem seien die Links am Ende des Artikels ans Herz gelegt.

Kurz ein persönlicher Rückblick, völlig subjektiv und überhaupt: Wecker um 5:45, aufstehen, versuchen mit einem 18 Monate alten Kind bis 7:00 (spätestens!) aus dem Haus zu kommen, um 7:15 tatsächlich aus dem Haus kommen, Ankunft in Mautern um ca. 8:20 (Start der Bewerbe: 9:00, pünktlich). Möglichst vorne parken, zu Fuss zur Römerhalle gehen, eine laaaaaaaaaaange Schlange vor der Chipausgabe vorfinden und beschließen, dass man doch nicht mehr aufs Klo geht (ebenfalls lange Schlange). Um 8:40 mit Chip, Unterlagen und Teilnehmergeschenk beim Auto ankommen, Fahrrad in Betrieb nehmen, umziehen, verabschieden, etc. – Abfahrt vom Auto Richtung Start: 8:55 (Start: immer noch 9:00).

Wer so früh zum Start kommt, hat sich natürlich einen Ehrenplatz verdient – nicht mal mehr direkt im Startkorridor, sondern am Fuss der Böschung, wo man dann erst nach dem Start raufgehen konnte und sich einordnen (merke: 2015 bin ich 30 mins vorher im Korridor. Egal, was passiert). Vor dem Start kommt dann noch eine kurze Ansprache des LH Prölls zum wunderbaren (Rad)land Niederösterreich und ein Priester(?) des nahegelegenen Stiftes Göttweig spricht ebenfalls noch ein paar Worte und für alle mit passender Konfession ein Gebet. Danach gehts auch schon los:

Die folgenden 98km (es sind über 98, und nicht, wie angegeben, 97 – das ist ärgerlich, wenn man auf 97km plant und dann 98,x fahren muss und dadurch die angestrebte Zeit um 1 1/2 Minuten verpasst) gehe ich jetzt nicht im Detail durch, ich beschränke mich auf eine Zusammenfassung:

  • Durch das Starten als Nachzügler hatte ich die erste halbe Stunde keine echte Gruppe (ich hätte direkt nach dem Start mal andrücken sollen, um aufzuschließen – hab ich verabsäumt)  – das war etwas mühsam, schon vom Start weg allein zu fahren.
  • Die ersten 40km (also vor allem die Bergauf-Fahrerei) habe ich insgesamt aber deutlich besser bewältigt als die Jahre zuvor. Nicht zwangsläufig geschwindigkeitsmäßig (war nur 1 1/2 Minuten schneller als im Vorjahr), aber vom körperlichen Zustand her war ich am Berg oben deutlich fitter als die Jahre zuvor. Ich hatte sogar zwischendurch Zeit, mit einem Bekannten, den ich von den Bernhard Kohl Radausfahrten kenne und eingeholt habe, bergauf für ein paar Minuten zu plaudern bevor ich mich dann wieder meinem Tempo widmete.
  • Ungewünschter Höhepunkt war ein ungeplanter „Rolling Stoppie“ bei 60km/h bei einer Abfahrt. Für einen kurzen Moment etwas zu viel Bremskraft am Vorderrad und plötzlich war das Hinterrad in der Luft. Eher instinktiv als geplant habe ich die Bremsen wieder aufgemacht, das Hinterrad hat sich wieder auf den Asphalt gesetzt und die Fahrt ging (etwas langsamer) weiter Richtung Ziel anstatt Richtung Krankenhaus. Im Pulsmonitor hat das einen interessanten Spike hinterlassen, auf den ich gerne verzichtet hätte. Für mich stehen jedenfalls demnächst „Bremsübungen“ im Leithagebirge an. Ich hab dem bisher zu wenig Zeit gewidmet. Der Weckruf kam gerade in der richtigen Lautstärke.
  • Nach ca. 2 1/2 Stunden kam ich an einem Punkt an, wo ich üblicherweise mit dem Rad bei meinem Trainingsfahrten in die Hauszufahrt rolle: Ich bin dann bereit für ein kaltes Bier, eine Dusche und einen heißen Grill, aber nicht für eine weitere Stunde Radfahren. Soll heißen: Ich habe praktisch keine Trainingsausfahrten, die länger als 2 – 2 1/2 Stunden dauern (aber ich arbeite daran). Darum waren die letzten 30km dann etwas hart zu fahren und ca. 15km vor dem Ziel musste ich dann meine Gruppe ziehen lassen und damit dem Windschatten lebewohl sagen. Im Vorjahr war ich aber schon viel früher kaputt, da fuhr ich praktisch ab der Donaubrücke immer haarscharf entlang des Krampfes in den Beinen. Heuer war das deutlich entspannter.
  • Es wäre wohl mehr gegangen, wenn ich weiter vorne gestartet wäre. Sich von hinten zu den Gruppen durchzuarbeiten und dabei immer wieder alleine zu fahren, ist kein Spass – vorne zu starten und eine Gruppe gegebenenfalls abreissen zu lassen, um in der nächstlangsameren Unterschlupf zu finden, ist deutlich angenehmer. Das ist jetzt keine großartige Erkenntnis, ich halte es nur der Form halber fest.

Ich bin trotzdem schneller gewesen als im Vorjahr (Nettozeit: 3:31:14) und wärens tatsächlich 97km gewesen, wäre ich auch sub 3:30 gewesen. Das steht dann nächstes Jahr in der Marschtabelle.

Zusammenfassend war es wieder einmal ein tolles Radwochenende, die Sportografen haben wieder wunderbare Fotos gemacht (19,99 für alle Fotos ist einfach auch ein sehr fairer Preis) und die Organisation hat gepasst.

Kleiner Kritikpunkt: In den Ergebnislisten wird auch die Zeit bis zum Überrollen der Startlinie mitgewertet (weil es sich um einen neutralisierten Start handelt und erst das Startauto nach einigen km das Feld an der Spitze freigibt) – das schlägt sich bei später startenden Fahren schon mit 2-3 Minuten in der Gesamtzeit nieder – eine Nettozeit-Angabe wäre wünschenswert (man kann sichs aber natürlich auch selbst subtrahieren).

Wir sehen uns 2015 – Wachauer Radtage – 19. Juli 2015. :)

Related Links:
Wachauer Radtage
TV-Tipp: Donnerstag, 17.7.2014, 20:15, ORF Sport+ – „Wachauer Radtage 2014“

Fotos:

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Der zweiter Halbmarathon – trotzdem gut gelaufen

Tatsächlich lag zwischen Vienna City Marathon (VCM) und dem Wachau-Marathon ein halbes Jahr, mehr oder weniger. Zeit war ja auch wirklich genug, um sich vorzubereiten, so rein kalendermäßig. Aber im Endeffekt war die Vorbereitung (trotz anderer Vorsätze) ziemlich mau.

Zusammengefasst bin ich seit dem VCM einen 10er (eigentlich 9,8km) gelaufen und ansonsten Strecken zwischen 4 und 8 km. In Summe vielleicht 10 – 15 Einheiten. Außerdem hab ich um die 2000 km am Rad gemacht, was jetzt auch nicht so der Bringer ist. Aber dafür hatte ich mit Töchterchen & meiner besseren Hälfte eine tolle Sommerzeit.

Wie auch immer. Ich bin also mehr schlecht als recht vorbereitet nach Arnsdorf gekommen, mit der (letzten) Fähre nach Spitz gefahren, hab dort auch nochmal den kenianischen Läufer Samoei Micah getroffen, der die ganze Sache in humorlosen 67 Minuten erledigt hat. (Hintergrund: Eine Arbeitskollegin hat diesen [ihr bekannten] Läufer am Freitag vor dem Marathon zum Firmenbetriebsausflug mitgebracht und da haben wir einander kennengelernt und bissl über Sonntag geplaudert – und am Sonntag selber habe ich ihn dann eben nochmal getroffen. Eigentlich hat er um die 62 Minuten angestrebt, aber die Gruppe hatte es wohl nicht eilig).

Wissend, dass die ersten 10-15 km in „meinem“ Tempo (um die 7 Minuten/km habe ich mir vorgenommen, ich habe da noch keinen Stress) gehen, bin ich recht entspannt in meinen zweiten Halbmarathon gestartet. Wetter war wunderbar – Wolken, wenig (Rücken)wind, angenehme Temperaturen, viel besser als beim VCM im Frühjahr. Auch die Labestationen, von denen es wirklich reichlich gab (5 oder 6 entlang der HM-Strecke) waren gut gefüllt und zumindest 3 weitere „inoffizielle“ Labestationen mit Sturm & Bier waren auch am Weg. Just in case. Man weiß ja nie, wo einem der Durst ereilt.

Es lief dann auch recht gut und ich war zuversichtlich, die 2:29:29 zu knacken. Ab KM17 wurds dann aber recht schnell eher unangenehm – das fehlende Training machte sich bemerkbar. Der Schnitt ging runter, der Gesichtsausdruck wurde weniger entspannt. Krems war da aber schon in Sichtweite und das fand ich nicht nur gut:

Wenn man das Ortsschild Krems-Stein passiert, denkt man sich (oder zmd. ich dachte mir das) „Oh, schon in Krems“. Ein Blick auf die Uhr offenbart dann aber, dass es da noch eine ganze Weile weitergeht, gute 5-6km. Wenn man es dann Richtung Kremser „Zentrum“ geschafft hat, läuft man gut 1km auf das Ziel zu und biegt 150m davor ab, um das Ziel zu umlaufen und dann noch irgendwo 2km in den Gassen und Gässchen von Krems zu verbringen. Furchtbar. Die letzten 800m oder so läuft man dann schlussendlich wieder zwischen Publikum aufs Ziel zu und dann hat man es auch schon geschafft.

Bei der Mauterner Brücke stand als Motivationsspritze ein Teil der Verwandtschaft aus der Gegend, aber die haben mich leider auch nicht automatisch ins Ziel getragen.

Auf den letzten 5km bin ich zwischendurch einige Minuten gegangen – ich war einfach schon ziemlich kaputt – das hat mich dann auch die >2:30:00 gekostet, aber gut, soll sein.

In meinem Fall standen 2:33:50 am Tacho, das ist um ca 8 Minuten schneller als in Wien und insofern war ich zufrieden. Medaillen gabs im Ziel ebenso wie eine gut gefüllte Getränke- und Kohlenhydrate-Bar.

Zusammenfassend:

  • Labestationen zahlreich & gut gefüllt
  • Publikum eher mau auf der Strecke (gerade mal in den Ortschaften Kleingruppen)
  • Der Tunnel in Dürnstein hat eine sehr komische Stimmung beim Durchlaufen
  • Die Streckenführung in Krems ist ein wenig mühsam
  • Im Startbereich hat ein „witziger“ Moderator die Nordic-Walker beim Start als „Steckerlgeher“ bezeichnet, das war ein Griff ins Klo.

Für heuer war das die letzte Verrücktheit in Sachen Sport.

Für 2014 bin ich zuversichtlich, die für heuer gesteckten Ziele zu erreichen. Töchterchen erlaubt uns – langsam, aber doch – da und dort eine Rückkehr in ein (in Ansätzen) geplantes Leben und die Hoffnung, dass sich neben all den anderen Dingen wieder ein bisschen mehr Sport ausgeht, lebt.

Dass ich mit meinen Zeiten jetzt nicht der schnellste bin, bereitet mir nicht wirklich schlaflose Nächte – ich freu mich über meine Erfolge & Verbesserungen. :)

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